Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar: 26.02.2026 (AMI) – Im Aufwind fester Rapsnotierungen in Paris geht es auch am heimischen Rapsmarkt auf Erzeugerstufe aufwärts. Im Mittel sind für Partien der Ernte 2025 rund 472,40 (445-490) EUR/t möglich und damit 2,80 EUR/t weniger als noch in der Woche zuvor. Mit den Preissteigerungen nimmt auch die Abgabebereitschaft der Erzeuger zu. Auch Ölmühlen signalisierten Bedarf, vorrangig allerdings für prompte Ware. 

Aufgrund der üppigen Niederschläge der vergangenen Tage verzögern sich die Feldarbeiten auch weiterhin. So hat auch die Düngesaison zum Großteil noch nicht begonnen. Einzig aus einzelnen Regionen in Thüringen und Sachsen werden erste Maßnahmen gemeldet. Auch hier ist die Befahrbarkeit vieler Flächen allerdings stark eingeschränkt. Lediglich vereinzelt wurde in Thüringen auf gut abgetrockneten Hang- und Kuppenlagen mit der Düngung von Raps begonnen. Der Zustand der Rapsbestände wirkt im Osten des Landes augenscheinlich erschreckend, jedoch gehen die meisten Erzeuger davon aus, dass sich die Bestände bei günstiger Witterung erholen können. 

Die Situation am heimischen Ölschrotmarkt bleibt angespannt. Nachdem sich die Rapsschrotpreise in den vergangenen zwei Wochen recht stabil gehalten hatten, geben diese in der 9. Kalenderwoche nach. Für prompte Rapsschrotpartien werden am 24.02.2026 im Bundesdurchschnitt rund 235 EUR/t gefordert – etwa 7 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Bei den Mischfutterherstellern bleibt die Nachfrage verhalten. Gekauft wird lediglich punktuell – sowohl prompte Ware als auch erste Partien zur neuen Ernte finden nur vereinzelt Abnehmer. Insgesamt dominiert eine abwartende Stimmung am Markt. Regional zeigt sich ein geteiltes Bild: Während im Osten und Norden noch reichlich Ware zur Verfügung steht, ist die Versorgung im Westen deutlich knapper. Dort werden teils spürbare Aufschläge verlangt, mit Prämien von bis zu +10 EUR/t. Zudem halten logistische Herausforderungen den Markt weiterhin unter Kontrolle. Schiffsladungen für März sind nur eingeschränkt verfügbar, da sich die Verzögerungen aus dem Vormonat noch immer bemerkbar machen. Dies dürfte sich aber angesichts der steigenden Temperaturen in den nächsten Wochen ändern. 

Im Gegensatz zu Rapsschrot verharren die inländischen Sojaschrotpreise auf einem stabilen Niveau. Konventionelles Sojaschrot in 44er-Qualität wird mit rund 325 EUR/t gehandelt – ein marginales Minus von 1 EUR/t gegenüber der Vorwoche. GVO-freie Partien halten mit 431 EUR/t ihr Vorwochenniveau. Mischfutterhersteller zeigen sich derzeit zurückhaltend, da sie mögliche Preisbewegungen im Zuge der großen brasilianischen Sojabohnenernte abwarten. Ob der erwartete Angebotszuwachs tatsächlich zu niedrigeren Preisen führt, bleibt jedoch offen. Mit ersten Importen aus Brasilien ist hierzulande voraussichtlich Mitte bis Ende April zu rechnen. 

Im Einklang mit den festeren Rohstoffnotierungen ziehen auch die Großhandelspreise für Rapsöl an. Fob deutscher Mühle sind zuletzt 1.088 EUR/t für Partien zur Lieferung ab April im Gespräch und damit 5 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Deutlicher fällt das Plus fob Niederlande aus. Hier verteuern sich Partien zur Lieferung im März auf Wochensicht um 20 EUR/t auf 1.105 EUR/t. Der Handel verläuft dabei auch weiterhin in ruhigen Bahnen. Der Lebensmitteleinzelhandel signalisiert aktuell etwas Nachfrage, die Mengen bleiben dabei allerdings überschaubar. Seitens des Energiesektors limitiert das aktuelle Preisniveau auch weiterhin den Umsatz. 

© AMI GmbH 2025

Download PDF